Unfaire Lohnentwicklung

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Der Kanton Zürich will sich bei der Lohnentwicklung seiner Mitarbeitenden an der UBS Lohnindex-Studie orientieren. Das hat er einmal so beschlossen. Leider sind diesem Beschluss keine Taten gefolgt. Umso mehr lohnt es sich, diese Studie einmal genauer zu studieren.

Darin wird z.B. verglichen, wieviel Arbeitszeit nötig ist, um sich einen Big Mac, ein Kilo Brot oder ein iPhone zu kaufen. Mit dieser Studie werden Lohnniveau, Preisniveau und Binnenkaufkraft berücksichtigt. Und im Vergleich zu dieser Studie besteht bei den Löhnen des Staatspersonals einen Rückstand von über 2,5 % gegenüber Arbeitgebern mit vergleichbarer Bedeutung im Kanton. Die UBS Lohnstudie ist also ein Benchmark – und hat nichts mit dem Geschäftsergebnis der UBS zu tun.

Einen wichtigen Punkt gilt es noch zu beachten: In der Studie sind die Kosten für die obligatorische Krankenkasse nicht berücksichtigt. Weil sie nicht Teil des staatlichen Sozialversicherungssystems sind, werden die Beiträge nicht vom Lohn abgezogen. Die Kosten für Krankenkassen sind in den letzten Jahren aber – trotz stagnierender Teuerung – weiterhin gestiegen. Am Ende des Monats ist also weniger im Portemonnaie als im Vorjahr.

In der Budgetdebatte heisst es Jahr für Jahr: «Wir müssen den Gürtel enger schnallen. Jetzt kommen schwierige Jahre. Wir müssen sparen.» Und Jahr für Jahr schliesst der Kanton Zürich mit einem positiven Ergebnis ab. Und Jahr für Jahr waren es «einmalige Sondereffekte» welche zum guten Ergebnis führten. Der Kanton hat in den vergangenen Jahren Schulden abgebaut – ist seinem Personal aber eine gesunde Lohnentwicklung schuldig geblieben.

Mit den Sparübungen der vergangenen Jahre sind die Mitarbeiter die «Beschissenen». Die fehlenden Einlagen in ihre Pensionskasse sind Gelder, die ihnen später fehlen werden.

Der Kanton kann es sich nicht leisten, sein wichtigstes Gut länger zu vernachlässigen. Die EVP ist für das Staatspersonal und wird deshalb den Budgetantrag 16a unterstützen, welcher die gekürzte Lohnentwicklung vom letzten Jahr korrigieren will.

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