Widerstand oder Botschafter der Hoffnung?

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Antwort an einen besorgten Bürger

Christoph M., ein besorgter Bürger, schrieb mir, dass wir es als EVP dem deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffer gleichtun sollten – und Widerstand gegen die staatliche Anordnung der «Maskenpflicht» leisten müssten. Wir befänden uns in der Endzeit und müssten endlich aufwachen und missionieren.

Es sind in der Tat besondere Wochen und Monate, in denen wir leben. Dennoch kann ich der Haltung, wir erlebten eine ähnliche Zeit wie damals Bonhoeffer und die Christen im Widerstand gegen Hitler, überhaupt nichts abgewinnen. Wer diese Meinung vertritt, hat nichts von den Schrecken und Gräueln der Nazizeit begriffen. Auch die Haltung, mit den Corona-Schutzmassnahmen sei die Endzeit angebrochen, ist für mich einfach nur arrogant.

Wer sich nur ein klein wenig ernsthaft mit Geschichte auseinandersetzt, muss feststellen, dass es zu allen Zeiten Menschen gab, die in grosser Not, Verfolgung, Unterdrückung und Armut leben mussten. Es gab vor uns Generationen, die ihr ganzes Leben lang nur Kriege, Hunger und Krankheit erlebten. Von diesen Menschen haben sicher viele gedacht, es sei jetzt Endzeit.

In einem aber will ich Herrn M. gerne Recht geben: Wir sollen Botschafter und Botschafterinnen sein. Hoffnung, Trost und Zuversicht – das ist die Botschaft, für die wir uns gerne engagieren. Die bekannten Zeilen von Dietrich Bonhoeffer galten im Jahre 1944 seiner Verlobten und sie gelten noch genauso für uns – auch in Zeiten von Corona:

«Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns, am Abend und am Morgen –
und ganz gewiss an jedem neuen Tag!»

 

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