Standort-Entscheid der Nagra

von Markus Schaaf (Kommentare: 0)

Information der NAGRA zum Tiefenlager

Die Standortvorschläge der Nagra in der letzten Woche haben grosse Reaktionen ausgelöst. Wer sich jetzt überrascht gibt, dass der Kanton Zürich zumindest mit einem Standort weiterhin im „Rennen“ bleibt, war entweder sehr naiv, oder seine Überraschung ist geheuchelt.

Es war eine bekannte Tatsache, dass in der zweiten Etappe des Auswahlverfahrens eine Reduktion der Regionen auf mindestens zwei Standorte vorgesehen war – genau dies wurde jetzt gemacht. Die Nagra hat über 15‘000 Seiten Unterlagen und Berichte eingereicht und führt darin ihre Überlegungen aus, die zu diesem Schritt geführt haben. Obwohl dieser umfangreiche Bericht eben erst veröffentlicht worden ist, konnte der Regierungsrat bereits die die starke Einengung auf nur zwei Gebiete kritisieren. Anscheinend ist die Kantonale Verwaltung viel effizienter, als wir es bisher gedacht hatten. Wie sonst kann der Regierungsrat schon Minuten nach Veröffentlichung des Berichts Stellung beziehen?

Für die EVP ist eine so vorschnelle Kritik am Vorgehen politisch motiviert und dient nicht der Sache. Gemäss Zeitplan sind für Studium und Überprüfung der vorgelegten Unterlagen jetzt ein Jahr eingeplant. Die EVP meint: Trotz des heissen Themas - bleiben wir auch weiterhin sachlich und überprüfen wir in aller Seriosität die Vorschläge.

Wir brauchen jetzt keine Heuchler, keine Verdrängler, keine Verzögerer und auch keine Drohungen aus Deutschland. Wir brauchen jetzt vor allem eines: Stellen wir uns der Realität! Radioaktive Abfälle existieren bereits heute und müssen sicher entsorgt werden, dies unabhängig davon, was wir von der Kernenergie halten. Wir brauchen ein Endlager für die radioaktiven Abfälle – und dieses Endlager muss in der Schweiz sein – so schreibt es das Gesetz vor.

Bei der Standortsuche für ein Tiefenlager muss die Sicherheit oberste Priorität haben – das gilt auch dann, wenn wir uns im Wahlkampf befinden.

 

Zürich, 02.02.2015

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